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Weinglas

Weinglas ist nicht gleich Weinglas, es gibt unzählige Formen und Varianten. Während farbliche Besonderheiten, Muster und Motive wohl vor allem aus ästhetischen Gründen variieren, ist die Existenz unterschiedlicher Formen für den perfekten Weingenuss unabdingbar: Weine schmecken in verschiedenen Gläsern unterschiedlich. Erst bei passender Auswahl des Glases kann ein Wein seinen Charakter und Geschmack gänzlich entfalten. Das falsche Utensil hingegen kann den besten Tropfen ruinieren.

Weingläser – Das Basis-Wissen

Lange Zeit waren Form, Material und Gestaltung der Weingläser weniger zugunsten des Genusses, als vielmehr durch kulturelle Aspekte sowie die handwerklichen Möglichkeiten des Zeitalters bestimmt. Ob aus Silber, Gold, Ton, Keramik oder Glas, ob kunstvoll ausgestaltet mit Bemalungen und Gravierungen für eine ansehnliche Tischkultur oder schlicht gehalten, für das Geschmackserleben des Weines waren die Weingläser nicht unbedingt von Vorteil. Im 20. Jahrhundert revolutionierte Claus Josef Riedel aus Österreich die Weinglasfunktion: Um den maximalen Weingenuss zu erreichen, sollten die Form und Ausgestaltung eines Glases auf den Charakter des Weines abgestimmt sein. So sollen Farbe, Bukett, Geschmack und Nachhall des Weines durch das Glas gut herausgestellt werden. Die heute existierenden Weingläser beruhen überwiegend auf diesem Grundsatz.

Ein Weinglas setzt sich üblicherweise aus drei Komponenten zusammen:

dem Kelch, dem Stiel und dem Fuß. Unbeachtet der verschiedenen Formen und Varianten besitzt nahezu jedes Weinglas diese Architektur. Der Fuß dient dem festen Stand des Glases. Anzufassen ist das Glas nicht am Kelch, sondern am Stiel, da der Weingeschmack stark von der Trinktemperatur abhängt und eine Temperaturveränderung durch die Wärme der Hand zu verhindern ist. Die Form des Kelches letztlich bestimmt das Geschmackserleben des Weines. Ob bauchig oder schlang, eng zulaufend oder weit geöffnet – je nach Formgebung treten andere Charaktereigenschaften des Weines in den Vordergrund. Grund dafür sind nicht zuletzt die Geschmacksrezeptoren auf der Zunge: Denn während Saures und Salziges an den Rändern der Zunge wahrgenommen wird, ist der Geschmack von Süßem an der Spitze und Bitteres im hinteren Bereich der Zunge zu verorten.

Grundsätzlich lassen sich Rotwein-, Weißwein- und Sektgläser unterscheiden. Unter ihnen gibt es weitere Ausführungen. Auch auf spezifische Rebsorten abgestimmte Weingläser existieren, die auch die feinsten Nuancen herausstellen. Mit Ausnahme von Schaumwein-Gläsern sollte ein Weinglas stets bis zum Punkt der größten Oberfläche gefüllt sein. Dies ist meist nicht mehr als ein Drittel, bei großen Varianten gar nur ein Viertel des Glases. So hat der Wein maximalen Kontakt zum Sauerstoff und genügend Luftraum im Glas, um seine Aromen vollends zu entfalten. Durch Schwenken des Weines wird das Glas leicht benetzt und ein erster Duft des Bukett verströmt.

Rotweingläser

Charakteristisch für Rotweingläser ist der bauchige Kelch mit einem großen Durchmesser und einer weiten Öffnung. Die größere Oberfläche des Weines lässt einen erhöhten Kontakt zum Luftsauerstoff und somit bessere Entfaltung seiner Aromen zu. Das Volumen sollte umso größer sein, je komplexer und schwerer der Wein. Durch die große Öffnung kann der Wein im Mund großflächig aufgenommen und Säure sowie Frucht gut zur Geltung gebracht werden. Ein weniger bauchiger, dafür lang hochgezogener Kelch hingegen ermöglicht, dass die Aromen sich nicht so schnell verflüchtigen und konzentrierter wahrgenommen werden.

Das Bordeauxglas: Für tanninstarke Weine, charaktervoll, mit hohem Extrakt, sind diese Gläser mit großem, bauchigem Kelch und viel Platz zum Schwenken geeignet. Fülle und Komplexität der Weine kommen durch den erhöhten Sauerstoffkontakt zur Geltung. Rotweine wie Bordeaux,  Rioja, Barolo, Cabernet Sauvignon und Merlot sind diesen Gläsern gewachsen.
Das Burgunderglas: Der sehr breite, ballonartige Kelch verhilft dem Wein zum maximalen Kontakt mit dem Luftsauerstoff. Nur für sehr große, vollmundige und kraftvolle Weine, etwa einem Pinot Noir oder Spätburgunder ist dieses spektakuläre Glas zu empfehlen.

Weißweingläser

Da Weißweine üblicherweise gut gekühlt verköstigt werden wollen, kommt dem Stiel des Glases eine wichtige Bedeutung zu. Damit der Wein nicht allzu lang im Glas und kühl bleibt, ist das Volumen des Kelches und somit auch die Füllmenge zudem kleiner als beim Rotweinglas. Der Kelch ist in der Regel weniger bauchig. Nur kräftigere, körperreiche Weine, etwa ein Chardonnay aus dem Barriquefass, fordern eine erhöhte Luftzufuhr und somit voluminösere Gläser, um ihre Aromatik vollends entfalten zu können. Durch die kleine Öffnung der Weißweingläser können die zarten Düfte komprimiert in die Nase gelangen. Zudem werden die süßen Fruchtkomponenten auf der Zunge hervorgehoben, bevor sich die Säure am hinteren Zungenrand bemerkbar macht. Vor allem frische, fruchtbetonte Weine, z.B. einem jungen Riesling, WeißburgunderGrauburgunder und Sauvignon Blanc, lassen sich in diesen wenig bauchigen, kleinen Gläsern genießen.

Für edelsüß ausgebaute Weißweine eignen sich kleine Gläser mit einer sehr schmalen Öffnung. Die Süße des Weines wird so kompakt auf der Zungenspitze wahrgenommen, der Duft gelangt komprimiert in die Nase. Gläser mit einem leicht nach oben breiter werdendem Rand sind für süßere, mildfruchtige Weine die richtige Wahl. Der Wein wird durch die breitere Öffnung auch an die Ränder der Zunge geleitet, wodurch die Fruchtaromen mit ihrer Süße und Säure sofort zur Geltung kommen.

Schaumweingläser

Die bekanntesten Schaumweingläser sind die Tulpe, die Flöte und die Schale.
Gläser in Tulpen- und Flötenform sind ein schlanke Gläser mit einem hochgezogenen, nur leicht geschwungen Kelch und einer schmalen Öffnung. Dies sorgt dafür, dass sich die Kohlensäure Schaumweinen wie Champagner, Sekt und Prosecco nicht so schnell verflüchtigt, die Perlage gut sichtbar und lang erhalten bleibt. Der Stiel einer Tulpe ist in der Regel kurz, der einer Flöte lang.

Die Schaumweinschale ist breit und flach. Sie lässt sich, ganz im klassischen Stil, übereinander zu einer Pyramide auftürmen. Heutzutage wird sie kaum noch verwendet, da Kohlensäure und Aroma durch die große Oberfläche entweichen und der Schaumwein so schnell an Geschmack und Perlage verliert. Zudem umfasst man die Schale üblicherweise am Kelch selbst, wodurch der Wein erwärmt wird und neben seinem prickelnden, auch seinen kühlen Charme verliert.

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